Eine Rikscha-Fahrt ist lustig, eine Rikscha-Fahrt ist schön... Holla hi, holla ho usw. Nun ja, wahrscheinlich bin ich die Einzige, die nun einen Ohrwurm hat. Vor kurzem erzählte ein deutscher Mann mit viel Körperbehaarung und dicken fetten Goldringen, dass sein Kollege Indien verlassen musste, weil durch die schlechten Straßen mit den vielen Schlaglöchern seine Wirbelsäule unverhältnismäßig oft und stark gestaucht wurde. Seitdem ich diese Geschichte gehört habe, muss jedes Mal an meine Wirbelsäule denken, wenn ich auf der Rückbank der Auto-Rikscha mal wieder ordentlich durchgerüttelt werde.
Es gibt zwei Fahrten, die mir in besonders schlechter Erinnerung geblieben sind. Nummer eins war auf dem Weg zurück vom Einkaufszentrum Spencer's Plaza in meinen ersten vier Wochen hier in Chennai. Der Fahrer nahm jedes Schlagloch, jeden Speed Bumper, jede noch so kleine Unebenheit mit, die es auf der Strecke gab. Als ich das hier schrieb, musste ich erstmal Speed Bumper nachschlagen, da ich nicht sicher war, wie ich dieses Wort übersetzen sollte. Dabei stellte ich fest, dass es Speed Bumper gar nicht gibt, es gibt nur Speed Bumps und das heißt übersetzt: Aufpflasterung, Rüttel-, Beruhigungs-, Brems- oder auch Bodenschwelle. Es ist Fahrbahnhöcker oder auch ein kleiner Bremshügel. Der Sinn dieser Speed Bumper (ich schwöre, alle sagen hier Bumper und nicht Bumps) ist, den Verkehr zu beruhigen. Wie auch immer, ich schlug meinen Kopf am Dach, stoß mein Knie an Metall vor mir und wurde hin- und hergeschüttelt.
Die zweite Erfahrung, verursachte nur einen kleinen blauen Fleck am Bein, aber noch viel, viel schlimmer, unendlich viele kleine Herzattacken. Ein Bus von rechts, ein Moped von links, Fußgänger mitten auf der Straße und die kleine Rikscha raste um Haaresbreite an allem vorbei, so nah, dass ich die Jasminblüten, die die Frauen in ihren Haaren haben, riechen konnte. Der Rikschafahrer fand alles urkomisch und kündigte in Swing-Manier mit einem Fingerschnipsen und Armzeig die Fahrtrichtung an. Ich musste die Augen zumachen, weil dieen halsbrecherischen Fahrstil nicht mehr mit anschauen konnte. Gerade das brachte ihn noch mehr zum Lachen. Ich stieg mit zitternden Beinen und schweren Herzens aus. Schwer war mein Herz nicht vor Kummer, sondern dadurch, dass ich in den vielen Schreckensmomenten öfter mal reflexartig die Luft anhielt.
Doch ein Donnerstag entschädigte mich für jegliche Horrorfahrten. Es war der 30. April und der nächste Tag, der erste Mai, ist auch hier in Indien ein Feiertag. Vielleicht war das der Grund, warum ich keine Rikscha bekam. Normalerweise muss ich nur einen Schritt aus dem Office tun auf die Straße tun und schon hält die erste Auto-Rikscha an. Nun ja, zumindest muss ich keine Minute warten. Aber an diesem Tag war es wie verhext, alle Riks waren schon besetzt. Es fuhren mindestens 20 an mir vorbei. Ich lief bis zur ersten Kreuzung vor und dort standen glücklicherweise auch 3 Autorikschas. An einer wurde geschraubt und die anderen beiden Autofahrer sprangen schon auf mich zu und wollte mir für die Strecke nach Thiruvanmiyur 250 Rupien abknöpfen. Nun ja, ich konnte ihn nur auf 130 runterhandeln, was für die Strecke immernoch 30 Prozent zuviel sind, aber es ist immer viel Verkehr am Abend und außerdem schien es an diesem Tag kaum eine freie Rikscha zu geben.
Ich saß also in meiner Rikscha und der Fahrer begann mit mir zu reden. Normalerweise sind die eher wortkarg. Wenn ich aussteige, sage ich immer höflich Danke, auch wenn ich wahrscheinlich die Einzige bin, die das macht. Die Konversation war sehr eher bruchstückartig. Ich versuchte zu verstehen, was er mich fragte und er versuchte zu verstehen, was ich antwortete. Nach 35 Minuten Auto-Rikscha-Fahrt wusste ich alles über sein Leben, wie lange er schon Rikscha fährt, wann er geheiratet hat, wie seine Frau heißt, wie alt sie ist, den Namen seines Sohnes und den errechneten Geburtstermin seines zweiten Kindes.
Irgendwie war es schön. Wir hatten uns an diesem Abend beide gefunden, obwohl wir nur mit Mühe und Not verstanden, was der eine vom anderen wollte. Wir waren gerade auf einer dicht befahrenen Straße, als er plötzlich angeregt einen anderen Rikscha-Fahrer rief. Er erklärte mir, dass das sein Onkel sei und wir holten auf, so dass wir neben dem Onkel standen. Sundar, mein Rikscha-Fahrer, stellte mir seinen "Uncle" vor und ich sagte das Tamil-Wort für Onkel, "Mamma". Das fanden alle sehr lustig und die Frau, die in der Rikscha des "Mammas" saß, schnitt von ihren Jasminblüten ein paar ab und schenkte sie mir. Ich weiß, es ist nur eine Kleinigkeit, aber diese Handvoll Blüten machten so viele schlechte Tage wett.
Es gibt zwei Fahrten, die mir in besonders schlechter Erinnerung geblieben sind. Nummer eins war auf dem Weg zurück vom Einkaufszentrum Spencer's Plaza in meinen ersten vier Wochen hier in Chennai. Der Fahrer nahm jedes Schlagloch, jeden Speed Bumper, jede noch so kleine Unebenheit mit, die es auf der Strecke gab. Als ich das hier schrieb, musste ich erstmal Speed Bumper nachschlagen, da ich nicht sicher war, wie ich dieses Wort übersetzen sollte. Dabei stellte ich fest, dass es Speed Bumper gar nicht gibt, es gibt nur Speed Bumps und das heißt übersetzt: Aufpflasterung, Rüttel-, Beruhigungs-, Brems- oder auch Bodenschwelle. Es ist Fahrbahnhöcker oder auch ein kleiner Bremshügel. Der Sinn dieser Speed Bumper (ich schwöre, alle sagen hier Bumper und nicht Bumps) ist, den Verkehr zu beruhigen. Wie auch immer, ich schlug meinen Kopf am Dach, stoß mein Knie an Metall vor mir und wurde hin- und hergeschüttelt.
Die zweite Erfahrung, verursachte nur einen kleinen blauen Fleck am Bein, aber noch viel, viel schlimmer, unendlich viele kleine Herzattacken. Ein Bus von rechts, ein Moped von links, Fußgänger mitten auf der Straße und die kleine Rikscha raste um Haaresbreite an allem vorbei, so nah, dass ich die Jasminblüten, die die Frauen in ihren Haaren haben, riechen konnte. Der Rikschafahrer fand alles urkomisch und kündigte in Swing-Manier mit einem Fingerschnipsen und Armzeig die Fahrtrichtung an. Ich musste die Augen zumachen, weil dieen halsbrecherischen Fahrstil nicht mehr mit anschauen konnte. Gerade das brachte ihn noch mehr zum Lachen. Ich stieg mit zitternden Beinen und schweren Herzens aus. Schwer war mein Herz nicht vor Kummer, sondern dadurch, dass ich in den vielen Schreckensmomenten öfter mal reflexartig die Luft anhielt.
Doch ein Donnerstag entschädigte mich für jegliche Horrorfahrten. Es war der 30. April und der nächste Tag, der erste Mai, ist auch hier in Indien ein Feiertag. Vielleicht war das der Grund, warum ich keine Rikscha bekam. Normalerweise muss ich nur einen Schritt aus dem Office tun auf die Straße tun und schon hält die erste Auto-Rikscha an. Nun ja, zumindest muss ich keine Minute warten. Aber an diesem Tag war es wie verhext, alle Riks waren schon besetzt. Es fuhren mindestens 20 an mir vorbei. Ich lief bis zur ersten Kreuzung vor und dort standen glücklicherweise auch 3 Autorikschas. An einer wurde geschraubt und die anderen beiden Autofahrer sprangen schon auf mich zu und wollte mir für die Strecke nach Thiruvanmiyur 250 Rupien abknöpfen. Nun ja, ich konnte ihn nur auf 130 runterhandeln, was für die Strecke immernoch 30 Prozent zuviel sind, aber es ist immer viel Verkehr am Abend und außerdem schien es an diesem Tag kaum eine freie Rikscha zu geben.
Ich saß also in meiner Rikscha und der Fahrer begann mit mir zu reden. Normalerweise sind die eher wortkarg. Wenn ich aussteige, sage ich immer höflich Danke, auch wenn ich wahrscheinlich die Einzige bin, die das macht. Die Konversation war sehr eher bruchstückartig. Ich versuchte zu verstehen, was er mich fragte und er versuchte zu verstehen, was ich antwortete. Nach 35 Minuten Auto-Rikscha-Fahrt wusste ich alles über sein Leben, wie lange er schon Rikscha fährt, wann er geheiratet hat, wie seine Frau heißt, wie alt sie ist, den Namen seines Sohnes und den errechneten Geburtstermin seines zweiten Kindes.
Irgendwie war es schön. Wir hatten uns an diesem Abend beide gefunden, obwohl wir nur mit Mühe und Not verstanden, was der eine vom anderen wollte. Wir waren gerade auf einer dicht befahrenen Straße, als er plötzlich angeregt einen anderen Rikscha-Fahrer rief. Er erklärte mir, dass das sein Onkel sei und wir holten auf, so dass wir neben dem Onkel standen. Sundar, mein Rikscha-Fahrer, stellte mir seinen "Uncle" vor und ich sagte das Tamil-Wort für Onkel, "Mamma". Das fanden alle sehr lustig und die Frau, die in der Rikscha des "Mammas" saß, schnitt von ihren Jasminblüten ein paar ab und schenkte sie mir. Ich weiß, es ist nur eine Kleinigkeit, aber diese Handvoll Blüten machten so viele schlechte Tage wett.
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