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Wednesday, August 25, 2010

Das ist doch absurd!

Vieles in Indien erscheint schlichtweg unlogisch und ist für mich oft nicht nachvollziehbar. Hier ein Beispiel: Alle Medikamente werden entgegen der Vorschrift ohne Rezept verkauft, seien es nun einfache Kopfschmerztabletten oder aber verschreibungspflichtige Mittel wie Antibiotika, Schlaftabletten bis hin zu Impfstoffen. Sogar die "Pille danach" könnte ich, wenn ich wollte, gänzlich ohne Arztbesuch oder gar Rezept in nahezu jeder Apotheke erhalten, obwohl sie im Bundesstaat Tamil Nadu eigentlich verboten ist.




Nun wollte ich vor Kurzem für Hazel eine Wurmkur kaufen, wofür man nach Recherchen im Internet, beim Tierarzt eigentlich nur das Körpergewicht angeben muss, damit der Doktor weiß, welche Dosis angemessen ist. Doch dieser weigerte sich und sagte, dass der Hund vorgestellt werden muss. Ohne Arztbesuch keine Wurmkur!

Ist das ein Scherz?! Ich kann ein verbotenes Medikament ohne Probleme erwerben während ein Entwurmungsmittel für einen Hund nur mit Visite zu bekommen ist. Verrückt dieses Indien. Und ganz nebenbei: eine Wurmkur für Menschen ist selbstverständlich für jedermann zu bekommen.

Friday, February 26, 2010

Hazel

Hazel ist wahrscheinlich der gluecklichste Hund der ganzen Welt. Sie wackelt permanent mit dem Schwanz, was mich immer an den Film Susi und Strolch erinnert, der beginnt mit dem Spruch: "In der ganzen Welt gibt es nur ein Ding, das man nicht mit Geld kaufen kann - das Schwanzwedeln eines Hundes."

Sie ist nicht nur der gluecklichste Hund der ganzen Welt, sondern darueber hinaus auch noch wahnsinnig clever. Sie kommuniziert mit mir. Wenn sie winselt, heisst das entweder, dass sie hungrig ist, dass sie raus will, dass es ihr nicht gut geht oder in den meisten Faellen, dass ihr langweilig ist. Es liegt an mir herauszufinden, was sie moechte. Ganz besonders aergerlich findet es Hazel, wenn ich am Schreibtisch sitze und am Computer arbeite. Das passt ihr ueberhaupt nicht und sie beschwert sich darueber auch lautstark. Meist mit Erfolg. Ich unterbreche dann meine Arbeit, gebe ihr einen Knochen oder spiele ein wenig mit ihr.

Wie bereits erwaehnt, ist sie sehr kom munikativ und ein sehr herzlicher Hund. Sie ist gut im Kontakte knuepfen und hat schon die aergsten Hundegegner mit ihren Kulleraugen und dem kleinen Stummelschwaenzchen bezirzst. Bei Facebook hat sie mittlerweile 80 Freunde und nicht alle Kontakte aus ihrer Freundesliste, sind auch mit mir befreundet.

Mittlerweile wird sie auch erwachsen. (Trotzdem ist sie noch nicht alt genug, um zu daten!) Kurz nachdem sie ihre Angst vor
Plastiktueten ueberwunden hatte, fing sie an, Plastiktueten zu fressen. Und nicht nur das: ALLES, was ihr unter die Schnauze kam. Ganz besonders weh tat es als sie anfing Geld zu kauen. Das erste Mal musste ein 10 Rupien Schein dran glauben, umgerechnet etwa 13 Cent. Nun mag einer meinen, dass das nicht weiter schlimm sei, aber 10 Rupien in Indien sind eine Menge. Fuer 10 Rupien kann man eine kleine Flasche Coca Cola (oder ein anderes koffeinhaltiges Kohlesaeurengetraenk) kaufen. Oder auch zwei Kaffee, drei Tee, zwei Idlis mit Chutney, ein Kitkat, einen halben Liter Milch, 750g Tomaten, 500g Karotten, 10 Packungen Streichhoelzer, ein Paar Ohrringe vom Strand, die die Frauen dort selbst herstellen und verkaufen. Ich kann mit 10 Rupien 20 SMS innerhalb Indiens schicken oder 3 ins Ausland. Fuer 10 Rupien kann ich auch 10 Kokosnuesse oder eine kleine Tuete Chips kaufen.

Wie ihr sehen koennt, hat man mit 10 Rupien doch schon eine relativ grosse Auswahl an Dingen. Dennoch wurde Hazel verziehen. Schlimmer war es als sie einen 1000 Rupien Schein zerriss. Ich konnte sie gerade noch davor retten, alles zu zerreissen und zu zerkauen und den zerfledderten Schein bei der Bank gegen einen neuen eintauschen. 1000 Rupien sind in Indien noch eine Menge mehr. Mit 1000 Rupien kann man 100 kleine Flaschen Coca Cola kaufen, 200 Kaffees, Tees, 200 Idlis mit Chutney, 100 Kitkats, 75kg Tomaten... ihr wisst, was ich meine.

Mittlerweile schlingt sie nicht mehr alles hinunter, sondern zerbeisst die Sachen nur, wie zum Beispiel die klitzekleinen Froesche, die nach der Regenzeit eine zeitlang rund um das Haus herum zu finden waren. Waehrend sie, als sie kleiner war, alles gefressen hat, ist sie mittlerweile ein wenig waehlerisch geworden. Ihre Lieblingsessen sind Haferflocken mit Milch und Bananen, deutsche Suppen, indisches Biryani und in letzter Zeit haben es ihr die verschiedenen indischen Brote wie Naan, Chappathi und Roti angetan.

Wie bereits erwaehnt ist sie unglaublich clever. Sie beherrscht mittlerweile mehr als 10 Kommandos und ein paar wenige davon sogar in verschiedenen Sprachen. Aufgrund ihrer ausgesprochen guten Qualifikationen hat sie auch schon ihren ersten Job bekommen. Sie ist das Maskottchen beim ersten Chennai Expats Beach Soccer Cup. Wenn das so weiter geht, werden bald Werbefilme mit ihr gedreht. Ein Wunderkind!


Thursday, June 25, 2009

Ms Hazel

... hat Angst vor Zwiebeln. Heut gab es Reis mit Dal Fry (ein Linsengericht mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Chilis, Koriander und allerlei weiteren indischen Gewürzen). Ms Hazel fand es ganz spannend, was ich in der Küche anstellte, wahrscheinlich hat sie darauf gehofft, dass etwas für sie abfällt. Die Zwiebel war ihr allerdings nicht ganz geheuer. Als ich anfing diese zu schneiden, sprang sie erstmal drei Schritte zurück und beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung. Knurren und Gebell folgten bis Ms Hazel den Rückzug antrat und das Feld der Zwiebel überließ. Ein verrückter Hund!

Der beste Freund des Menschen

Seit dem Wochenende haben wir einen kleinen süßen Mitbewohner, besser gesagt eine Mitbewohnerin. Eine kleine 6-monatige Cocker Spaniel-Hündin. Ein kleiner Susi-und-Strolch-Hund! :-) Sie ist ein Goldschatz! Mein Schatzzzzzzzzz...



Sie mag Plastetüten, aber nur wenn sie
im Haus sind. Draußen hat sie vor Plastetüten Angst. Sie mag Milch und Milchkaffee. Wenn ich nicht aufpasse, schlabbert sie mir meinen Morgentrunk weg. Sie liebt Wasser, am liebsten aus dem Gartenschlauch. Meerwasser steht sie noch skeptisch gegenüber, aber die Krabben am Strand findet sie spannend. Hoffentlich wird sie nicht mal in die Nase gebissen. Ich kann mir vorstellen, dass das weh tut. Jeden Morgen weckt sie mich, wenn ich Glück habe, ist es schon nach 7. Eine Frühaufsteherin, auch das noch!!



Cocker Spaniel sind ja ursprünglich Jagdhunde gewesen und dementsprechend viel Energie hat sie auch. Das heißt für mich, dass ich sie ordentlich müde machen muss. Also gehe ich von nun an jeden Morgen mit ihr spazieren. Bis zum Strand und wieder zurück. Eine Stunde sind wir da unterwegs, weil es natürlich unterwegs viel zu entdecken gibt. Endlich, endlich bekomme ich auch etwas Farbe im Gesicht, weil ich gezwungen bin, mit dem Hund rauszugehen. Übrigens, ihr Name ist Hazel, aber ich finde den Namen nicht ganz so schön, ganz davon abgesehen, dass sie darauf auch nicht hört. Also werde ich den nun als Nachnamen nehmen und suche nun noch nach einem passenden Vornamen für Ms. Hazel. Namensvorschläge sind willkommen!!