Tuesday, February 17, 2009

Oscar, ich komme!

Nur noch wenige Stunden, dann beginnt die Oscar-Verleihung. In diesem Jahr bin ich besonders aufgeregt, da ich nominiert bin. Das kam so: Deepaks Ex-Freundin hat mit A.R. Rahman, der die Musik für "Slumdog Millionaire" geschrieben hat und für 3 der 10 Oscars nominiert ist, früher ein paar Songs aufgenommen. A.R. ist somit ein Freund der Familie und demzufolge, das ergibt sich ja folglich ganz logisch aus dieser Konstellation, auch mein guter Freund. Das ist selbstredend, das versteht sich ja wohl von selbst. Ach, was sag ich, er ist mein bester Buddy. Und wenn er nominiert ist, bin ich automatisch mitnominiert!! So schnell kann das gehen. Eben noch in Bollywood, nun schon in Hollywood.

Naja, so überraschend ist mein Werdegang nun auch wieder nicht. Ich kenne einige berühmte Leute. Ich habe zum Beispiel schon Kofi Annan die Hand geschüttelt. Nun ja, eigentlich hat mein Professor ihm die Hand geschüttelt. Aber da mir auch schon mein Professor die Hand gegeben hat, ergibt sich wiederum logischweise, dass ich und Kofi, ich meine Kofi und ich, gute Bekannte sind.

Ich stand sogar schon mit Armin Müller-Stahl auf der Bühne. Okay, wir sind nicht exakt zur gleichen Zeit aufgetreten, er hatte in Senftenberg gespielt als es mich noch gar nicht gab. Ich bin nicht einmal sicher, ob sich meine Eltern damals überhaupt schon kannten. Fakt ist jedoch, dass so etwas überhaupt keine Rolle spielt. Armin und ich sind Kollegen und das wird auch immer so bleiben. Uns verbindet die gemeinsame Zeit an der Neuen Bühne Senftenberg, das Theater wird ein Meilenstein in unserem Leben bleiben und wir respektieren gegenseitig unser Schaffen.

Doch nun zurück zum eigentlichen Thema, "Slumdog Millionaire" und die Oscar-Verleihung. Ist das nicht aufregend? Ich konnte heut nacht kaum schlafen und ich weiß immer noch nicht, was ich anziehen soll. Ich möchte gut aussehen, wenn die Kamera live in mein Wohnzimmer schaltet, kurz nachdem A.R. sagt: "Ich danke allen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben, allen Menschen, die meine Musik gekauft haben und es somit möglich machten, dass ich hier stehe." Es folgt ein Schnitt und ich komme ins Bild und sage: "A.R., you have been an inspiration for me. Thank you for your music. And I also want to thank all my friends and family for their love and support and above all I thank God. May this movie bring us world peace." Die Schlagwörter sind inspiration, love, friends, family, God und world peace. Mit der Kombination kann man nichts falsch machen.

Es ist tätsächlich so, dass ich zum Erfolg des Filmes beigetragen, indem ich - wie Merle - den Soundtrack gekauft habe! Ich bestellte ihn online und bekam 10 Prozent Rabatt, habe demnach 16 Rupien gespart. Die ersten drei, die mir den Originalpreis nennen können, bekommen eine CD zugeschickt. Kommt schon, das ist nicht schwer. Ihr müsst nur schnell sein.

Dieser Film ist nun auf der Liste meiner Lieblingsfilme unter den Top 5 und das schon bevor ich heraus gefunden hatte, dass A.R. und ich ja eigentlich beste Buddies sind. Ich hab ihn in mein Herz geschlossen, den Film, nicht A.R. Meine liebste Szene, obwohl natürlich ausgesprochen eklig, ist die. Latrinenszene. Denjenigen, die den Film noch nicht gesehen haben, möchte ich nicht zu viel verraten, aber es ist einfach göttlich, wenn der kleine Jamal nach Amitabh Bachchan schreit. Nun ja, wenigstens gab es in dem Film eine Latrine. Hier bei den Fischerdörfern am Strand ist es so, dass sie sich im Dunkeln, in der Regel morgens, an den Strand setzen, also gerade dort, wo das Wasser den Sand küsst, und ihr Geschäft verrichten. Ihr großes Geschäft oder No. 2 ,wie man das auf Englisch nennt. Stellt euch mal vor, ihr spaziert morgens bei strahlendem Sonnenschein am Strand entlang und müsst die Tretminen umgehen, wissentlich, dass es sich um menschliche Exkremente handelt. Ich habe diese Bilder vor meinen Augen und mir wird beim Schreiben ganz schlecht. Die Szene in Film ist auch nicht weniger eklig, trotzdem ist es meine Lieblingsszene.


Ich mag Dev Patel, den Hauptdarsteller. Ich hab ihn in verschiedenen Interviews gesehen und einige gelesen, er wirkt sehr sympathisch und scheint unglaublich smart zu sein. Nicht jedoch Freida, seine Co-Darstellerin, die allen Ernstes behauptet, dass in allen indischen Filmen gesungen wird. Maaaaaaaaan, Mädel, selbst ich hab schon indische Storylinefilme gesehen, in denen nicht gesungen oder getanzt. Aber im Film war sie toll.

Meine Lieben, ich mache mich jetzt langsam für die Oscars fertig. Schönheit braucht seine Zeit. Ich könnte auch sagen: Gut Ding will Weile haben. Oder: Was lange währt, wird endlich gut. Ach, bin ich aufgeregt... Drückt mir die Daumen! ;-)



No comments:

Post a Comment